Sonntag, 14. Januar 2018

Schwarz weiß (Tot geboren und doch überlebt) - Detlef Postler



Schwarz weiß (Tot geboren und doch überlebt) – Detlef Postler




Biografien sind immer etwas Besonderes für mich. Die von Detlef Postler hat mich sehr bewegt. Zusammen mit der Unterstützung von Anja Otto von der Biografiewerkstatt Otto, wurde sein Lebensweg zu Papier gebracht. Solche Bücher zu rezensieren ist oftmals eine Herausforderung. Anders als bei Romanen kann man schlecht schreiben „Das Buch war toll“ oder „Das Buch war nicht mein Geschmack“ etc. Schließlich geht es um einen Lebensweg und speziell in diesem Buch – um einen 28 Jahre andauernden Leidensweg. Dieser begann bei Detlef schon bei der Geburt, als er durch eine Rhesusfaktor Intoleranz zusammen mit seiner Mutter um das Überleben kämpfen musste. Jahre später tritt zum ersten Mal ein epileptischer Anfall auf und fortan nehmen ihm diese Anfälle ein enormes Stück an Lebensqualität.

„Mein bisheriges Leben verlief wahrlich schwarz und weiß. Ich möchte jeden Kranken, aber auch die Angehörigen motivieren, nie den Mut zu verlieren. Mögen sie von meinen Erfahrungen profitieren, um für sich das Beste zu erreichen.“ – Detlef Postler. 

Diese Message wird in der Biografie deutlich. Man kommt nicht umhin, als Leser ein Wechselbad der Gefühle zu durchleben. Man leidet mit ihm, freut sich aber auch über die Erfolge. Im Alter von 12 Jahren treten die ersten Anfälle auf. Bald schon sind es bis zu 70 im Monat. Dies geschah zu einer Zeit, in der die Gesellschaft gerade in ländlichen Gegenden noch nicht oft mit neurologischen Erkrankungen in Berührung kam. Aber auch Jahrzehnte später stößt der Betroffene noch auf Unverständnis. 

Detlef Postler

In seiner Biografie liest man, dass er schon im Kindesalter mit seiner Erkrankung ganz alleine fertig werden musste. Selbst von seiner Familie insbesondere der Mutter konnte er keine Unterstützung erwarten und war so gezwungen, sich seinen Anfällen ganz alleine zu stellen. Dies schockt schon sehr und unweigerlich kommt Mitleid auf.  Anders als bei Epileptikern, die von Krämpfen geplagt werden und denen Schaum aus dem Mund läuft, zeigten sich bei ihm andere Symptome, was es durchaus Außenstehenden schwer machte, zu erkennen, dass er gerade einen Anfall erlitt. 

Auch in der Schule wurde er ausgegrenzt und eher als „Spinner“ oder „komisch“ abgetan. Und trotz dieser ganzen Hindernisse hat es sich Detlef nicht nehmen lassen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und gegen diese Krankheit zu kämpfen! Sein Ziel: vollständig von den Anfällen geheilt zu werden! Es war wahnsinnig beeindruckend als Leser mit zu verfolgen, wie er schon als Jugendlicher Fachbücher gewälzt und sich mit seiner Erkrankung auseinandergesetzt hat. 

Selbst die Fachärzte, die eng mit ihm zusammengearbeitet haben, waren von seiner kämpferischen Art beeindruckt! Auch für mich war es sehr ermutigend und inspirierend zu lesen, wie viel Kraft und Positivität der Mann an den Tag gelegt hat, immer hartnäckig das Ziel vor Augen wieder ganz gesund zu werden. 

Ob er es geschafft hat und wie sein heutiges Leben verläuft, dies alles müsst ihr selbst lesen! Man soll ja nicht zu viel verraten. Aber was ich sagen kann ist: ich habe Detlef persönlich kennengelernt und freue mich darauf, mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Für mich ist er ein Vorbild und eine starke und liebenswerte Persönlichkeit! 

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