Sonntag, 14. Januar 2018

Schwarz weiß (Tot geboren und doch überlebt) - Detlef Postler



Schwarz weiß (Tot geboren und doch überlebt) – Detlef Postler




Biografien sind immer etwas Besonderes für mich. Die von Detlef Postler hat mich sehr bewegt. Zusammen mit der Unterstützung von Anja Otto von der Biografiewerkstatt Otto, wurde sein Lebensweg zu Papier gebracht. Solche Bücher zu rezensieren ist oftmals eine Herausforderung. Anders als bei Romanen kann man schlecht schreiben „Das Buch war toll“ oder „Das Buch war nicht mein Geschmack“ etc. Schließlich geht es um einen Lebensweg und speziell in diesem Buch – um einen 28 Jahre andauernden Leidensweg. Dieser begann bei Detlef schon bei der Geburt, als er durch eine Rhesusfaktor Intoleranz zusammen mit seiner Mutter um das Überleben kämpfen musste. Jahre später tritt zum ersten Mal ein epileptischer Anfall auf und fortan nehmen ihm diese Anfälle ein enormes Stück an Lebensqualität.

„Mein bisheriges Leben verlief wahrlich schwarz und weiß. Ich möchte jeden Kranken, aber auch die Angehörigen motivieren, nie den Mut zu verlieren. Mögen sie von meinen Erfahrungen profitieren, um für sich das Beste zu erreichen.“ – Detlef Postler. 

Diese Message wird in der Biografie deutlich. Man kommt nicht umhin, als Leser ein Wechselbad der Gefühle zu durchleben. Man leidet mit ihm, freut sich aber auch über die Erfolge. Im Alter von 12 Jahren treten die ersten Anfälle auf. Bald schon sind es bis zu 70 im Monat. Dies geschah zu einer Zeit, in der die Gesellschaft gerade in ländlichen Gegenden noch nicht oft mit neurologischen Erkrankungen in Berührung kam. Aber auch Jahrzehnte später stößt der Betroffene noch auf Unverständnis. 

Detlef Postler

In seiner Biografie liest man, dass er schon im Kindesalter mit seiner Erkrankung ganz alleine fertig werden musste. Selbst von seiner Familie insbesondere der Mutter konnte er keine Unterstützung erwarten und war so gezwungen, sich seinen Anfällen ganz alleine zu stellen. Dies schockt schon sehr und unweigerlich kommt Mitleid auf.  Anders als bei Epileptikern, die von Krämpfen geplagt werden und denen Schaum aus dem Mund läuft, zeigten sich bei ihm andere Symptome, was es durchaus Außenstehenden schwer machte, zu erkennen, dass er gerade einen Anfall erlitt. 

Auch in der Schule wurde er ausgegrenzt und eher als „Spinner“ oder „komisch“ abgetan. Und trotz dieser ganzen Hindernisse hat es sich Detlef nicht nehmen lassen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und gegen diese Krankheit zu kämpfen! Sein Ziel: vollständig von den Anfällen geheilt zu werden! Es war wahnsinnig beeindruckend als Leser mit zu verfolgen, wie er schon als Jugendlicher Fachbücher gewälzt und sich mit seiner Erkrankung auseinandergesetzt hat. 

Selbst die Fachärzte, die eng mit ihm zusammengearbeitet haben, waren von seiner kämpferischen Art beeindruckt! Auch für mich war es sehr ermutigend und inspirierend zu lesen, wie viel Kraft und Positivität der Mann an den Tag gelegt hat, immer hartnäckig das Ziel vor Augen wieder ganz gesund zu werden. 

Ob er es geschafft hat und wie sein heutiges Leben verläuft, dies alles müsst ihr selbst lesen! Man soll ja nicht zu viel verraten. Aber was ich sagen kann ist: ich habe Detlef persönlich kennengelernt und freue mich darauf, mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Für mich ist er ein Vorbild und eine starke und liebenswerte Persönlichkeit! 

Lest ihr auch Biografien? 



Samstag, 13. Januar 2018

Depressionen! Einfach "nur" traurig?


Depressionen! Einfach "nur" traurig?


Bild von Pixabay


Heute möchte ich euch das Krankheitsbild der Depression näher bringen. Bei einer Depression handelt es sich per Definition um eine krankhafte Niedergeschlagenheit und ist durch eine Störung des Gefühlslebens wie Stimmungsminderung und Antriebslosigkeit gekennzeichnet. Soviel zum klinischen Bild. 


Ursachen: Die Ursachen einer Depression sind sehr vielfältig. Aber sie lassen sich auch biologisch erklären! Viele unwissende Menschen verstehen die körperlichen Vorgänge speziell im Gehirn nicht, die eine Depression verursachen. Nicht immer sind rein äußerliche Faktoren ausschlaggebend um an einer Depression zu erkranken. Dabei liegt eine Störung des Hirnstoffwechsels mit einem Mangel bestimmter Botenstoffe vor. Diese Stoffe nennen sich Serotonin, Noradrenalin und Dopamin und sind für die Stimmung und Aktivität wichtig. Bei Erkrankten liegt ein Mangel an genau diesen Botenstoffen vor. Auch Überträgerstoffe des Nervensystems die sogenannten Neurotransmitter können mangelhaft sein.

Viele andere Faktoren umfassen das mögliche Entstehen des Krankheitsbildes. Genetische Faktoren sind dabei genauso zu beachten wie seelische Verletzungen wie Traumata z.B. durch Unfälle, Dauerstress, chronische Krankheiten und auch einige Medikamente können zu einer depressiven Erkrankung beitragen. Nicht zuletzt kann auch unsere schnellebige Gesellschaft und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz eine psychische Erkrankung begünstigen.


Bild von Pixaby


Die Depression wird klinisch in drei Schweregrade unterschieden:

  • Die leichte Depression beinhaltet gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit
  • Die mittelschwere Depression zeigt auch körperliche Symptome
  • Die schwere Depression geht oftmals mit einer Todessehnsucht (Suizidabsicht) oder/und psychotischen Symptomen einher, wobei dies oft unspezifisch ist. Auch eine mittelschwere Depression kann mit diesen Symptomen einhergehen. Auch hat nicht jeder Patient psychotische Schübe oder ist suizidgefährdet. Es sind individuelle Aspekte, die bei jedem Einzelnen berücksichtigt werden müssen. 


Psychotisch bedeutet, dass der Betroffene Wahrnehmungen hat, die kein anderer Mensch richtig nachvollziehen kann. Das können Wahnsymptome sein oder auch das Gefühl, alles sei surreal. Sozialer Rückzug und Interessenlosigkeit gegenüber den Hobbys sind typische Alarmsignale. Außerdem leiden die Betroffenen häufig unter Schlafstörungen, können nicht abschalten und auch kaum Entspannung und Zufriedenheit empfinden. Aber es ist auch möglich, dass Depressive übermäßig viel schlafen. Ebenso kann es zu Gewichtsverlust oder im Gegenteil, Gewichtszunahme kommen. Auch über für andere freudige Nachrichten und Ereignisse können sie sich nicht mehr freuen, so wie man es vielleicht erwarten würde.

Wusstet ihr, dass im Laufe seines Lebens jeder fünfte Mensch an einer Depression erkrankt? Und sich jedes Jahr ca. 12.000 gesicherte Suizide ereignen? Dies sind definitiv ZU hohe Zahlen.

Diagnostik: Meist erfolgt die Diagnose durch ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Die Nachfragen des Arztes richten sich dabei gezielt nach Stimmung, Antrieb, Leistungsfähigkeit und Ängste. Auch der Tagesablauf wird analysiert, über bestehende Krankheiten gesprochen und auch Suchtmittel und Medikamente erfragt. Nicht zwingend aber oftmals lässt sich auch in der Familienanamnese durch z.B. nahe Verwandtschaft bereits psychische Erkrankungen oder sogar Suizide nachweisen. Viele andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden, hierzu zählen: Schilddrüsendefekte, Leber- und Nierenkrankheiten, Anämien und auch Vitamin B12-Krankheiten. Diese körperlichen Ursachen können eine sogenannte organische Depression verursachen.


Bild von Pixaby


Therapiemöglichkeiten: Bei einer leichten Depression, können schon psychotherapeutische Gespräche in Form von Verhaltenstherapie große Erfolge erzielen. Die Optimierung der Lebensgestaltung ist dabei sehr wichtig. Ab einer mittelschweren Depression, reicht meist eine psychotherapeutische Behandlung alleine nicht mehr aus. Oft ist hier ein Antidepressivum nötig. Bei ca. 70% der Patienten, die über einen längeren Zeitraum diese Medikamente einnehmen, tritt eine deutliche Besserung der Lebensqualität ein. Die meisten Wirkstoffe wie z.B. Fluoxetin und Citalopram erhöhen die Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. So bessern sich die Symptome und die Patienten sind motivierter, eine Psychotherapie in Angriff zu nehmen. 

Diese Antidepressiva entfalten ihre Wirkung allerdings erst nach einigen Wochen, außerdem sollten sie über das Nachlassen der Symptome hinaus noch bis zu 6 Monate eingenommen werden um einen Rückfall zu vermeiden. Auch eine lebenslange Einnahme solcher Medikamente kann sinnvoll sein, vorallen bei wiederkehrenden und chronischen Depressionen. Die nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen der Medikamente muss dabei immer in Relation gesehen werden, da sie doch schon teilweise sehr heftig ausfallen. Schwere Depressionen erfordern oft eine Klinikbehandlung. Nach Möglichkeit erfolgt die Einweisung in einer entsprechenden Einrichtung aber immer mit dem Willen des Patienten. Zwangseinweisungen zeigen kaum bis gar keine Wirkung!

Das war meine Aufklärungsarbeit, euch die Problematik der Betroffenen näher zu bringen. Aber: die Angehörigen darf ich dabei nicht vergessen!


"Warum hast du Depressionen? Das Leben ist doch so schön!" - "Warum hast du Asthma? Gibt doch genug Luft zum atmen!" 

Vollkommene Ignoranz findet sich leider oft in der Gesellschaft wieder. "Sowas gab es früher nicht!" "Für sowas hatten wir früher keine Zeit". "Stell dich nicht so an!" "Du musst dich halt Zusammenreißen". Wenn Jemand einen Gips am Arm hat, ist klar, oh der ist verletzt. Überhaupt geht man bei Verletzungen, Erkältungen usw. zum Arzt. Warum aber, soll es nicht möglich sein, dass die Seele, unser Inneres verletzt ist? Dies muss genauso behandelt werden, wie ein offensichtlich gebrochener Arm. Oder man wird gar als Weichei oder verrückt abgestempelt. Was aber der an Depressionen Erkrankte braucht ist. Verständnis! Er muss ernst genommen werden! 

Als Angehöriger eines an Depressionen erkrankten geliebten Menschen, kommt man oft aber auch an seine Grenzen. Man versucht zu helfen und doch werden oftmals die gut gemeinten Ratschläge und Hilfestellungen eher abgelehnt. Das ist natürlich sehr schmerzhaft, es kostet Energie und man fühlt „Undankbarkeit“. Dies ist vom Erkrankten oftmals gar nicht beabsichtigt. Und doch passiert es. 




Wenn der Betroffene es zulässt, helfen alltägliche Dinge wie gemeinsam Sport zu treiben und Ausflüge zu machen, den Zusammenhalt zu festigen und durch Vertrauen und möglichst viel Verständnis, ein stück weit auf den richtigen Weg zurück in ein glückliches Leben zu kommen.



WICHTIG: Achtet auch auf eure Grenzen! Als Angehöriger darf es einem mal zu viel werden. Ist dies der Fall, redet auch offen mit dem Betroffenen, wenn dieser aktuell gefestigt genug ist. Kapselt euch auch einmal aus der Situation ab. Macht was mit euren Freunden, die Lachen, Spaß haben und das Leben genießen können. Tut euch selbst etwas Gutes und gesteht euch zu, Zeit für euch zu haben! 

Zu schnell besteht die Gefahr von beiden Seiten der Co-Abhängigkeit! Der Helfende wird mit in den negativen Gedankenstrudel des Depressiven gerissen, was dessen Leben ebenfalls negativ beeinflusst. Durch regelmäßigen Abstand nehmen, sammelt ihr wieder neue Energie um euren geliebten Menschen durch diese belastende Krankheit zu begleiten denn – 

Nur mit Hilfe und Unterstützung schafft es der an Depressionen Erkrankte, zurück in ein qualitatives Leben zu finden! 



Quellen: Dr. Uta Groger - in der Arztpraxis

Sonntag, 7. Januar 2018

Das Erbe der Macht (Aurafeuer) - Andreas Suchanek




Das Erbe der Macht – Aurafeuer – Andreas Suchanek




„Die Welt, wie du sie kennst, ist eine Lüge!“

Was die Menschen nicht wissen ist, dass seit mehr als einem Jahrhundert unter ihnen durch einen magischen Wall geschützt Magier leben. Lichtkämpfer wie Jenifer Danvers versuchen diesen Wall und damit das Gleichgewicht und den Frieden zwischen Menschen und Magier zu beschützen, sehen sich aber einem großen Feind gegenüberstehen, den Schattenkämpfern. Von all dem ahnt Alexander Kent, der ein ärmliches Leben führt und dringend einen Job braucht nichts. Erst als Jens Partner Mark im Kampf getötet wird, erwacht bei Alex das Erbe der Macht!

Das Aurafeuer, welches in jedem Magier lodert, erlischt nach dessen Tod nicht. Es sucht sich einen neuen Träger. Da Alex mit dieser neuen Macht noch nicht umgehen kann, soll er von Jenifer Danvers in die magische neue Welt eingeführt werden. Jen kommt aus ganz anderen Verhältnissen und ist in ein reiches Elternhaus hineingeboren. Da scheinen Konflikte vorprogrammiert und beide können sich auch nicht wirklich riechen. 

Doch ist eine gewisse Eile geboten. Das Gleichgewicht gerät außer Kontrolle, da die Schattenkämpfer den Wall zum Einsturz bringen wollen und da wäre noch die mysteriöse Schattenfrau, die mit ihrer schwarzen Magie allerhand Katastrophen zu beschwören scheint. Können die Lichtkämpfer gemeinsam mit dem Rat des Lichts, deren Unsterblichen Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci und Johanna von Orleans sind die böse Macht bezwingen? 

Bildrechte Greenlight Press

Dieser Auftaktband kommt mit einer Fülle an Charakteren daher. Am Anfang muss man sich als Leser auch wirklich erst in diese Welt einfinden, was ich aber gut gelungen fand, da man sich so in den Protagonisten Alexander Kent einfühlen kann, der in dieser Welt auch erstmal nichts begreift. Mit dieser Art von Einstieg schafft es der Autor Andreas Suchanek echt gut, gleich eine empathische Verbindung zu Alex aufzubauen der zugegebenermaßen immer wieder Macho-Allüren an den Tag legt. Gleich zu Beginn lernt man sehr viele Protagonisten aus dem Team der Lichtkämpfer neben Jenifer Danvers kennen. Da wären Kevin und Max, die total verliebt ineinander sind und Chris sowie Clara und Chloe, von der jedoch in Band 1 nur die Rede ist. 


Bildrechte Greenlight Press

Die Geschichte strotz nur so von Magie und hat mich deshalb sofort begeistern können. Die Details sind so schön überlegt und in die Story eingewoben, zusammen mit dem flüssigen Schreibstil konnte ich gemütlich und fasziniert lesen. Die Magier nutzen Essenzstäbe. Das Sigil jedes Lichtkämpfers hat seine eigene Farbe und auch magische Artefakte kommen nicht zu kurz. 

Langweile kommt niemals auf, da ein Ereignis das nächste jagt und man als Leser durch das miträtseln und immer wieder Neues entdecken nur so durch die Story mitschwingt. Nicht zuletzt machen die lustigen und humorvollen Dialoge einzelner Protagonisten diesen Auftaktband zu einem Leseerlebnis. 

Habe ich euch jetzt neugierig gemacht? Oder kennt ihr die Reihe vllt schon? Ich jedenfalls mit infiziert und lese definitiv weiter. 



Samstag, 6. Januar 2018

Das Paket - Sebastian Fitzek (Hörbuch)


Das Paket - Sebastian Fitzek (Hörbuch)


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Inhalt: Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ..

Schwer traumatisiert und labil zieht sich Emma nach einem schrecklichen Ereignis aus ihrem gewohnten Leben zurück. Ihr Mann Phillip versucht sehr einfühlsam und verständnisvoll Emma wieder ins Leben zurück zu holen. Mit Sicherheitsschlössern, Kameras und einem Weggefährten einem aufmerksamen und aufgeweckten Husky möchte der Ehemann seiner Frau mehr Sicherheit vermitteln. Schon als Kind hat Emma dieses Gefühl der Sicherheit von ihrem Vater verwehrt bekommen und sich einen imaginären Freund Namens „Arthur“ erschaffen, um die Strenge und Lieblosigkeit des Vaters ertragen zu können. 

6 Monate nach der Tat versucht Konrad, der beste Freund und Anwalt Emmas mit ihr zusammen herauszufinden, was 3 Wochen zuvor passiert ist, als Emma ein mysteriöses Paket für den ihr unbekannten Nachbarn angenommen hat. Plötzlich sieht sich die gepeinigte Frau nämlich selbst auf der Anklagebank. Was war geschehen? Warum brauchte sie jetzt selbst einen Anwalt? Warum war sie plötzlich in einer psychiatrischen Einrichtung? Sie war doch hier das Opfer! Oder etwa nicht?! Selbst ihre beste Freundin beginnt an ihren Geschehnissen zu zweifeln und auch die anderen Menschen um sie herum scheinen sich ernsthafte Sorgen um ihren Geisteszustand zu machen. Verzweifelt versucht sie, ihre Gedanken zu ordnen und die letzten Monate nach der Tat klar werden zu lassen. Oder hat sie sich alles wirklich nur eingebildet? Was bei den Recherchen immer mehr ans Tageslicht kommt, hätte sie sich in ihren schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können…

Simon Jäger passt mit seiner kräftigen und mysteriös wirkenden Stimme perfekt zu den Thrillern von Sebastian Fitzek! Und das Hörbuch hat mich wirklich gepackt. Oftmals wusste man als Hörer selbst nicht, ob Emma sich jetzt alles nur einbildet, oder tatsächlich alles gerade so geschieht, wie sie es empfindet. Mysteriöse Botschaften tauchen auf Badezimmerspiegeln auf, ein Paket verschwindet plötzlich und der Hund wird vergiftet. Immer und immer wieder stellt sich die Frage, ob die Protagonistin nun dem Wahn verfällt oder ob die Männer um sie herum wirklich verdächtiges Verhalten an den Tag legen. Die Zeitsprünge machen das Ganze nochmals interessanter, wenn auch zu Anfang genau diese Sprünge meine Konzentration herausgefordert haben. Die Cliffhanger der Kapitel sorgen dafür, dass man gleich wissen muss wie es weitergeht. 

Typisch für Sebastian Fitzek ist es, dass auch in diesem Psychothriller alles Rätseln und Analysieren viel Spaß macht, das Finale jedoch den Hörer sprachlos zurücklässt! „Damit habe ich gar nicht gerechnet!“, dieser Ausruf trifft es ganz gut! Zum Schluss gibt es nämlich einige Wendungen die es unmöglich machen, die Geschehnisse richtig zusammen zu fassen und so ist es ein spannender Moment, wenn sich alles aufklärt und auch der Blick des Hörers plötzlich ganz klar wird. 

Das Paket war für mich ein durch und durch spannendes Hörbuch und wieder eine psychologisch sehr raffiniert ausgedachte Geschichte des Autors! Ich liebe seine Bücher und besonders als Hörbuch werde ich mir noch viele seiner Thriller anhören. Welche Bücher von ihm gefallen euch gut und wie hat euch selbst das Paket gefallen? 



Freitag, 5. Januar 2018

Sebastian Fitzek zu Gast bei Nannis Welt


Sebastian Fitzek zu Gast bei Nannis Welt



Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und ist einer bekanntesten Thriller-Autoren in Deutschland.  Aber nicht nur hier zu Lande ist er sehr gefragt, seine Psychothriller findet man in den USA und England! Seit 2006 schreibt er Psychothriller, die wirklich alle Besteller wurden. Seine Romane wurden in 27 Sprachen übersetzt und bekannt ist er auch, für seine außergewöhnlichen Lesungen. Auf einer Buchpremiere hat er das SEK in einen Radiosender einsteigen lassen und mit einer Musik-Band, die extra für ihn einen Soundtrack komponierten, trat er auf. Bei Facebook ist er sehr aktiv und hat eine gewaltige Fan-Base! 


Natürlich war ich sehr erfreut, als er eingewilligt hat, mir ein kleines Interview zu geben! Viel Spaß! 



Lieber Sebastian, ich bedanke mich erstmal sehr herzlich, dass du mir dieses kleine Interview gibst. Schließlich bist du ja ein vielbeschäftigter Autor, nicht wahr?

Sebastian Fitzek: Zum Glück. Früher habe ich immer davon geträumt, mal meine Leidenschaft zum Beruf machen zu dürfen.

Flugangst 7a ist dein neuester Psychothriller. In dem Buch arbeitest du viel mit Ängsten und psychischen Erkrankungen. Was reizt dich an diesem Thema?

Sebastian Fitzek: Ich schreibe meistens über Themen zu denen ich einen persönlichen Zugang habe. Und da ich selbst unter „Flugsorge“ leide, mich also da oben nicht allzu wohl fühle, war es für mich naheliegend, das irgendwann einmal zu thematisieren.

Hast du selbst sowas wie „Ticks“ oder Phobien?

Sebastian Fitzek: Eine Phobie zum Glück nicht, aber das ständige Smart-Phone-Benutzen geht schon in Richtung Zwangsstörung. Ich gehe ja keine zehn Schritte ohne mein Handy aus dem Haus.

Und wie gehst du damit um?

Sebastian Fitzek: Indem ich es ganz bewusst am Abend abschalte. Was mir aber nicht immer gelingt.

Musstest du besondere „Gegebenheiten“ berücksichtigen, da die Kulisse in Flugangst ja ein Flugzeug ist? Wie stellt man sich darauf ein?

Sebastian Fitzek: Hier kann ich auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, zudem haben mir bei der Recherche befreundete Piloten und Fluglotsen geholfen.

Fans deiner Bücher wissen, dass deine Protagonisten oftmals schon sehr leiden müssen. Gibt es da einen Charakter, den du vielleicht auch besonders „bedauert“ hast?  Oder gehört es eben dazu?

Sebastian Fitzek: Ich leide mit allen meinen Figuren mit, sonst könnte ich deren Qualen nicht beschreiben.

Sprechen wir doch mal über deine Hörbücher und Hörspiele! Hast du da ein Lieblingsprojekt?

Sebastian Fitzek: Nein, jedes einzelne ist wie ein Kind für mich, und ich habe ja auch nicht ein Lieblingskind. Zumindest ist es nicht jeden Tag dasselbe.

Besonders klasse fand ich ja die Hörspiele, allen voran „Amokspiel“. Da ist man ja echt als Hörer mitten drin, statt nur dabei. Hörst du selbst auch gerne?

Sebastian Fitzek: Ja, ich liebe vor allem die Stimmen von Simon Jäger und David Nathan.

Mit Simon Jäger hast du auch einen tollen Sprecher, der deine Hörbücher wie ich finde wunderbar stimmungsvoll spricht. Wie ist so eine Zusammenarbeit? Wer ist denn noch so alles beteiligt?

Sebastian Fitzek: Eine Zusammenarbeit in dem Sinne findet kaum statt, da er ja nicht auf meine Hilfe beim Einsprechen des Buches angewiesen ist. Aber wir haben uns kennengelernt und er ist ein extrem sympathischer Zeitgenosse.

In 2018 wirst du bestimmt auch viel beschäftigt sein. Kannst du ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern, was du so alles vor hast?

Sebastian Fitzek: Schreiben, schreiben, schreiben. Das ist meine Leidenschaft und mein Beruf, und ich sitze beinahe täglich am Schreibtisch. Zudem werden drei Buchverfilmungen zu sehen sein. „Abgeschnitten“ (den Thriller, den ich gemeinsam mit Michael Tsokos schrieb) startet am 11. Oktober mit Moritz Bleibtreu in den Kinos. Die Sendetermine auf RTL für „Das Joshua-Profil“ und „Passagier 23“ stehen noch nicht fest.

Du bist viel auf Buchmessen unterwegs. Genießt du die Zeit dort, oder wird der Trubel auch mal zu viel?

Sebastian Fitzek: Es ist anstrengend, aber immer positiver Stress. Schreiben ist ja ein einsamer Prozess, da ist es toll, mal direkt mit Leserinnen und Lesern in Kontakt zu treten.

Wie stehst du zu deinen Lesern? Gibt es etwas, was du ihnen hier auf diesem Wege einmal sagen möchtest?

Sebastian Fitzek: Ich kann mich immer nur wiederholen und „Danke“ sagen. Ohne Euch ergäbe das alles wenig Sinn.

Ich danke dir wirklich sehr für dieses Interview und wünsche dir für das neue Jahr beruflich viel Erfolg und persönlich alles Gute!

Und jetzt seid ihr dran! Auf welches Projekt freut ihr euch denn am meisten?! 


Bildquellen: sebastianfitzek.de