Samstag, 10. Februar 2018

"Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt!"



„Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt!“…




Diese Textzeile aus dem Titelsong zu Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ passt zu meinem heutigen persönlicheren Artikel aus meiner Rubrik „Storys of my Life“! 

Wir Menschen leben alle in einer Gesellschaft, in welcher Form auch immer, auf unterschiedlichen Kontinenten, mit unterschiedlichen Sitten und Gebräuchen. Dies kann Segen und Fluch zu gleich sein. Viele Gemeinsamkeiten bringen uns zusammen, unterschiedliche Sichtweisen können allerdings ein Streitpunkt sein. Aber MUSS das sein? 

Jetzt mag von dem einen oder anderen von euch die Frage kommen: „Was hat denn die Textzeile mit der Gesellschaft zu tun?!“ Nun – schon einiges! Was brauchen wir denn eigentlich um glücklich zu sein innerhalb einer Gesellschaft? Sind es nicht eher Dinge wie, der Partner der einen so akzeptiert wie man ist? Die Familie die hinter einem steht, egal was kommt und Freunde, die genauso einen an der Waffel haben, wie man selbst?! Das würde ich schon bejahen! Gesellschaft ist wichtig, aber was wohl das Wichtigste sein sollte ist: Was macht diese Gesellschaft mit mir? Kann ich in einer Gesellschaft, die auch gewisse „Normen“ verfolgt, ein Individuum sein? 

Muss ich immer der „Norm“ entsprechen und mich verhalten, wie mein Gegenüber es für richtig hält? Muss ich immer in der Suppe mit schwimmen oder ist es auch erlaubt über den gesellschaftlichen Tellerrand hinaus zu sehen? – Meine Erkenntnis dazu ist: JA! DAS IST ERLAUBT! Hierbei geht es nicht darum, gegen alles und jeden zu rebellieren, nein nein, sondern eher darum, sich weniger von der Außenwelt in seinem Denken und Fühlen beeinflussen zu lassen. Nur weil gewisse Lebensstile und Modelle der „Norm“ entsprechen, müssen diese ja nicht auf mich selbst zutreffen! 



Das ist in der Liebe oftmals deutlich zu erkennen! Wer hat das Recht, beispielsweise über ein homosexuelles Pärchen zu urteilen? Wer definiert, dass das nicht „normal“ ist? Liebt man nicht den Menschen an sich? Egal, welches Geschlecht er hat? Sollte man kirchlich heiraten, weil man das halt als Katholik so macht? Auch wenn man nicht dran glaubt? Und überhaupt, warum MUSS man denn an sowas wie einen Gott glauben? Wer gläubig ist und sich damit wohl fühlt und glücklich damit ist, dem sage ich: herzlichen Glückwunsch! Finde ich super! Ich denke eben anders. Ist das nicht auch akzeptabel? 

Kennt ihr Sätze wie: „Das ist halt so! Das macht man halt so!“ oder auch „das geht doch so nicht!“? Na? Kommt euch das bekannt vor? Die Sache ist die, wie ihr selbst damit umgeht. Nur, weil ihr Dinge anders macht als die Gesellschaft es kennt und praktiziert, muss es nicht gleich falsch sein. Beispiele gefällig?  

Gesellschaft: „Was, du kochst nicht jeden Tag für deinen Mann? Du räumst ihm nicht die Wäsche ein und sein Bett machst du auch nicht?“
Ich: „Nö, wenn mir danach ist, koche ich. Allerdings mag ich das Kochen nicht so wirklich. Es macht mir keinen Spaß und mein Mann kocht sein Essen selbst. Außerdem ist er ja kein kleines Kind mehr und kann sich selbst um seine Wäsche kümmern und wenn er sein Bett nicht machen möchte, ist das ja nicht mein Problem, am Abend legt er sich eh wieder rein“. 

Gesellschaft: „Du bloggst so viel! Immer nur tust du bloggen!“
Ich: „Joar, also ein Leben habe ich schon auch noch! Bloggen ist mein Hobby und meine Leidenschaft, etwas, das mich glücklich macht! Und mal ehrlich: Wo ist denn der Unterschied, ob ich TV schaue, oder eben blogge? Außerdem lernt man dadurch viele neue Leute kennen. Also alles gut!“



Gesellschaft: „Ihr ladet nie Freunde zu euch ein. Bei euch ist nie Jemand anderes zuhause.“
Ich: „Ja stimmt. Na und? Unsere Wohnung ist unsere „Ruheoase“, unser „Rückzugsort“ aus der Gesellschaft. Dort können wir tun und lassen, was wir wollen. Wenn wir keinen Bock haben aufzuräumen, sieht keiner. Selbst die Katze genießt die Ruhe und auf die Idee zu spülen kommt sie auch nicht, also wo ist das Problem? „
Gesellschaft: „Mögt ihr keine Gesellschaft haben?“
Ich: „Ja doch, aber dann gehen wir aus, machen Ausflüge oder jeder macht mal was mit seinen Freunden alleine. Auch in Ordnung. Zu Hause ist dann wieder Ruhe angesagt.“ 

Gesellschaft: „Was ist mit euch? Kommt nicht bald mal ein Kind? 
Ich: „Wir bekommen keine Kinder.“
Gesellschaft: „Mögt ihr keine Kinder?“
Ich: „Keine Ahnung, hab noch nie eins probiert!“
Gesellschaft: „Ja aber deine Nichte und Neffen magst du doch auch!“
Ich: „Ja, heiß und innig! Bin ja kein Kinderhasser. Verbringe gerne Zeit mit ihnen, tob mich aus und die kann ich aber wieder abgeben. Meine Freiheiten genießen und außerdem möchte ich auch keine Kinder in die heutige Gesellschaft setzen“. 
Gesellschaft: „Ach naja, ihr habt ja noch Zeit!“

Soll heißen, wir bekommen bestimmt noch ein Kind. Wir wissen es bloß selbst nicht. Wir haben ja noch Zeit ;-). Als Frau ist man ja dazu bestimmt, Hausfrau und Mutter zu sein. Ich denke die Kunst liegt darin, sich nicht einreden zu lassen, was „Richtig“ wäre und was „Falsch“. Wir lassen uns oftmals viel zu sehr von außen beeinflussen, als auf die inneren und eigenen Bedürfnisse zu achten. Weil wir irgendwo gefallen wollen, gut dastehen wollen oder einfach akzeptiert werden. Dies ist in der richtigen Dosis vollkommen ok. Aber ebenso ok ist es, sein Leben so zu gestalten, dass man mit sich selbst im Reinen ist. 

Wenn dies bedeutet mal aus der Gesellschaft auszubrechen, was ist verkehrt daran? Man muss nicht immer einer Meinung sein, dennoch sollte Jeder die Fähigkeit besitzen den anderen so zu nehmen wie er ist. Jeder sollte sein Leben so führen, wie er es für richtig hält, und dies nennt sich „gesunder Egoismus“. Ich muss nicht etwas so oder so tun, weil gesellschaftliche Normen es fordern.  Die richtige Dosis sorgt fürs Gleichgewicht und dieses zu finden, ist manches Mal gar nicht so leicht. Mein Ziel ist es, mir die Welt so zu machen, dass sie mir gefällt. Für mich gehört da ganz klar dazu, andere ebenso zu akzeptieren, wie ich selbst akzeptiert werden möchte. 

Zugegeben, dass Ganze ist oftmals anstrengend und manches mal ein großes Abenteuer, man selbst verfällt ja auch mal in diese Gewohnheiten, vor denen man Abstand nehmen möchte, aber motiviert genug bin ich ;-). 

Was bedeutet es für euch, die Welt so zu machen, dass sie euch gefällt?